Neues Buch zur Geschichte des Dorfes Ossig/ Kreis Neumarkt
Ein Dorf, zwei Geschichten, eine gemeinsame Heimat.
Eine Überraschung erlebte der Verfasser dieser Zeilen am 18. September 2026 im Erzbischöflichen Diözesanarchiv in Breslau. Gerade, als er und vierzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Wandertage in Schlesien 2026“ des Heimatwerkes Schlesischer Katholiken e.V. das zwischen Dom und Oder gelegene Archivgebäude betraten, wurde er nicht nur von Prof. Dr. Grzegorz Sokołowski, Mitarbeiter des Archivs, begrüßt, sondern auch von einem jungen Mann, schätzungsweise 35 Jahre alt. Dieser stellte sich als in Breslau wohnender Marek Mazur vor und überreichte dem Verfasser dieses Textes ein 375 Seiten umfassendes Buch mit dem Titel Osiek Powiat Średzki, auf Deutsch Ossig Kreis Neumarkt.
Im Gespräch mit Marek Mazur stellte sich heraus, dass er in Ossig zur Welt kam und dort aufwuchs, später aber nach Breslau umgezogen ist. Ossig aber fühle er sich nach wie vor sehr verbunden, denn das Dorf ist seine Heimat. Die Verbundenheit mit seinem Heimatdorf sei der Antrieb gewesen, sich mit der Ossiger Dorfgeschichte intensiv und tiefgehend zu beschäftigen. Aus diesen Bemühungen resultiert das Buch, das er nun geschenkweise überreiche.
Auf der Rückseite des Buches, das im Jahre 2025 in Breslau erschienen ist, finden sich die folgende Kurzbeschreibung des Inhalts und einige Angaben zum Autor Marek Mazur. Das Buch ist in polnischer Sprache verfasst. Nachfolgender Text ist mittels eines PC-Programms in die deutsche Sprache übersetzt worden:
Ossig – eine kleine Heimat mit einer großen Geschichte
Das Buch führt die Leserinnen und Leser durch die Geschichte von Ossig – von den ersten Spuren der Besiedlung über die bewegten Zeiten von Krieg und gesellschaftlichen Veränderungen bis in die Gegenwart. Es erzählt von den Orten und Einrichtungen, die den Alltag der Einwohner prägten – von der Schule, der Kirche, dem Krankenhaus, dem Kloster der Elisabethschwestern sowie von örtlichen Organisationen.
Auf seinen Seiten werden die Erinnerungen der früheren und heutigen Einwohner von Ossig lebendig – sowohl der polnischen als auch der deutschen. Das Buch erzählt die Geschichte von Menschen, die die Tragödie des Zweiten Weltkriegs und die schwierigen Nachkriegsjahre überlebt haben, aber auch von der alltäglichen Freude am Aufbau einer Gemeinschaft.
Der Autor ist der ehemalige Ossiger Einwohner Marek Mazur, der – obwohl er seit Jahren außerhalb seines Heimatortes lebt – in Gedanken und mit seinem Herzen immer wieder dorthin zurückkehrt. In seiner freien Zeit, zwischen seinen beruflichen Verpflichtungen, suchte er nach Spuren der Vergangenheit und sammelte Erinnerungen und Dokumente, um das Wertvollste zu bewahren – die Erinnerung an den Ort, an dem alles begann!
Der Blick in das Innere des Buchs zeigt u. a., dass sich Marek Mazur auch sehr ausführlich mit der Jahrhunderte währenden deutschen Vergangenheit des Dorfes Ossig befasste und dabei herausragende Persönlichkeiten wie den schlesischen Dialektdichter, Schriftsteller, Journalist und Hauslehrer Max Heinzel (1833-1898), den Buchhändler und Drucker Jan Bernard Lange (1817-1881) und den langjährigen Vorsitzenden des Neumarkter Vereins e.V. Hameln Ludwig Hartmann (1926-2019) nicht unberücksichtigt ließ. Insbesondere die Durchsicht des Kapitels „Bibliografia“ offenbart, dass der Autor auf zahlreiche deutschsprachige Quellen und Literaturstellen zurückgegriffen hat, u. a. auf Ludwig Hartmanns Schriften Leben in bewegter Zeit, Langenhagen 1992, und Chronik von Ossig. Kreis Neumarkt/ Schlesien, Langenhagen 2003, auf Ruth Lipnskis Buch Leben und Überleben 1945/46: Zeitzeugenberichte aus dem Kreis Neumarkt in Schlesien, Hameln 1996, und auf Joseph Jungnitz‘ Bücher Geschichte der Dörfer Ober- und Nieder-Mois im Neumarkter Kreise, Breslau 1885, und Sebastian von Rostock, Bischof von Breslau, Breslau 1891.
Das Buch hat die ISBN-Nr. 978-83-978498-0-8 und kann damit in jeder Buchhandlung erworben werden.
(Dr. Bernhard Jungnitz)